Von der Idee zum Weltmarktführer in 72 Stunden

Von 27. bis 30. November findet in Wien der erste Vienna Startup Moonshot statt. Das spektakuläre Veranstaltungsformat will in nur 72 Stunden aus einer Startup Idee ein fertiges Unternehmen erschaffen – mit dem Anspruch, am Weltmarkt erfolgreich zu sein. Den Rahmen bildet der zum bereits vierten Mal stattfindende „Kongress der Weltmarktführer“.

Die Frage, die sich hier jedoch stellt lautet, kann man in 72 Stunden ein Unternehmen gründen? In Österreich?

Die Initiatoren des ersten Vienna Startup Moonshot, der Verein Innovation 4.x und der Österreichische Wirtschaftsverlag wollen beweisen, dass es möglich ist. „Es geht, weil wir die besten Köpfe des Landes zusammenbringen und eine gemeinsame Mission formulieren, ähnlich wie einst John F. Kennedy, als er den Startschuss zu den Mondexpeditionen gab“, erklärt I4.X Vorstand Gerhard Hofer.

Der Name Moonshot spielt in Analogie zum Apollo Programm der NASA auf die ungeheuren Kräfte an, die freigesetzt werden können, wenn viele Leute fokussiert an einem gemeinsamen Ziel arbeiten. Wie ein Astronaut darf sich auch der auserwählte Ideengeber fühlen, denn in den 72 Stunden ist er zwar der wichtigste Teilnehmer, es werden aber ganz viele Leute im Kontrollzentrum für ihn und sein künftiges Unternehmen Entscheidungen treffen. Auserwählt wird der „Econaut“, wie ihn die Moonshot-Macher nennen, in einem mehrstufigen Juryverfahren aus allen Einreichungen, die ab Ende Juni hier hochgeladen werden können. Dabei kommt es auf unterschiedliche Kriterien an, wobei zwei besonders herausstechen: die Idee muss eine der großen Herausforderungen der Menschheit adressieren, etwa in den Bereichen Energie, Mobilität, Life Science oder Industrie. Und sie muss das Potential haben, am Weltmarkt erfolgreich zu sein.

„Diesen Anspruch erheben wir auch deshalb, weil der Kongress der Weltmarktführer, in dessen Rahmen der Startup Moonshot stattfindet, Top Manager der ersten Liga versammelt. In diesem Umfeld wird Wirtschaft und Unternehmertum prinzipiell global gedacht. Dieser Geist soll auch den Moonshot befeuern“, erklärt Nefize Can, Leiterin des „Kongress der Weltmarktführer“ beim Österreichischen Wirtschaftsverlag.

5.000 Arbeitsstunden in drei Tagen

Die bis zu 100 Fachleute rekrutieren sich aus den unterschiedlichsten Bereichen der Wirtschaft und werden von den Initiatoren des Sart Up Moonshot auserwählt. Gesucht werden Dienstleister, Investoren und Manager, die Lust haben, ihren Horizont zu erweitern und 72 Stunden hart zu arbeiten, an einem Projekt, das Geschichte machen kann. „Wir brauchen echte Macher, die alles geben und wenig Schlaf brauchen. Als Lohn winkt der ultimative Leistungsbeweis in einem Aufsehen erregenden Projekt“, so Gerhard Hofer, der Anfragen noch gerne entgegennimmt. Die Initiatoren rechnen vor, dass insgesamt bis zu 5.000 Arbeitsstunden abgeleistet werden, im Gegenwert von mehr als einer Million Euro. „Für ein Startup ist das wie ein Lotto Sechser, denn diese Leistung nimmt normalerweise Jahrelange Kleinarbeit in Anspruch“, so Hofer: „Wir verdichten den Gründungsprozess und richten das intellektuelle Potential der besten Köpfe wie einen Brennspiegel auf eine Idee, die das Zeug hat, die Welt zu erobern“.

Impulse und Inspiration

Wenn am 30. November um Punkt 13 Uhr die 72 Stunden abgelaufen sind, muss dem Plenum des „Kongress der Weltmarktführer“ ein fertiges Unternehmen präsentiert werden: Businessplan, Produktstrategie, Marktstrategie, Produktionsplan, Personalplan, Organigramm, Kommunikation, Website, Imagefolder, Drucksorten, alles muss fertig sein. „Im Idealfall haben wir sogar schon den ersten Kunden, dann wäre es perfekt“, legt Paul Kampusch, Leiter Innovation & Business Development Wirtschaftsverlag die Latte noch ein Stück höher. Das ist nicht ganz auszuschließen, besuchen doch viele Top-Unternehmen den „Kongress der Weltmarktführer“ genau deshalb, weil sie Impulse für neue Geschäftsfelder erwarten und sich über neueste Trends und Entwicklungen im Bereich Digitalisierung aus erster Hand informieren wollen.

Der Kongress hat sich in den letzten Jahren zum Fixpunkt im Kalender der führenden Unternehmer des Landes entwickelt. Internationale Top-Speaker und Vortragende von weltmarktführenden Unternehmen aus Österreich sorgen für Inspiration und spannende neue Kontakte. „Unternehmen verbinden, Wirtschaft stärken“ lautet deshalb auch der Claim der Veranstaltung vom 29.-30. November, für die der Ticketverkauf auf www.weltmarktfuehrer.net bereits begonnen hat.

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Wien Energie testet Blockchain-Technologie

BTL, Wien Energie und EY testen ab Februar in Wien die neue Peer-to-peer-Technologie für Transaktionen in der Energiewirtschaft

Wien Energie beteiligt sich gemeinsam mit anderen internationalen Energieunternehmen an einem von BTL GROUP LTD, einem kanadischen Blockchain-Startup, durchgeführten Blockchain Pilotprojekt. BTL wird auf Basis ihrer bestehenden Interbit Handelsplattform ein Pilotprojekt für den Gashandel durchführen. Das Beratungsunternehmen EY unterstützt BTL hinsichtlich Evaluierung und Prüfung der erstellten Lösung. Ziel des dreimonatigen Projektes ist, die Blockchain-Technologie für den Energiehandel zu erproben.

Der Blockchain-Technologie werden für die Zukunft des Energiemarktes große Potenziale eingeräumt. Sie gilt als einer der nächsten großen Trends der Energiewirtschaft. Mit dieser Technik und den damit verbundenen Netzwerkmöglichkeiten kann die Entwicklung dezentraler Energieliefersysteme gefördert werden. Noch steckt die Technologie in einem sehr frühen Versuchsstadium, da insbesondere in der Energiewirtschaft auch hohe regulatorische Vorgaben eingehalten werden müssen.

„Mit dem jetzt gestarteten Pilotprojekt können wir mit unseren Partnern Know-how im Blockchain-Bereich aufbauen und die neue Technologie auf ihre Chancen und Vorteile abtesten. Ebenso wollen wir analysieren, wie daraus neue Geschäftsmodelle entstehen können“, sagt Peter Gönitzer, Geschäftsführer bei Wien Energie. „Durch unterschiedliche Versuchsanordnungen mit der Technologie sollen neue Erkenntnisse zum Einsatz von Blockchain im Energiegeschäft gewonnen bzw. mögliche Prozessoptimierungen und Kosteneinsparungen ausgelotet werden.“ „Die Blockchain-Technologie ist ein weiterer Digitalisierungstrend, der auf die Energiewirtschaft zukommt. Als Österreichs größter Energiedienstleister wollen wir die Chancen dieser Technologie aktiv für unsere Kunden und uns nutzen“, ergänzt Michael Strebl, Vorsitzender der Wien Energie-Geschäftsführung.

„Das ist eine großartige Chance für die Energiewirtschaft und BTL ist begeistert, den Wandel in diesem Bereich durch unsere Interbit-Plattform voranzutreiben”, sagte Guy Halford-Thompson, Geschäftsführer und Mitbegründer von BTL. „Durch die Nutzung der Blockchain-Technologie werden die Energie-unternehmen in der Lage sein, die Kosten mehrerer Geschäftsbereiche erheblich zu senken. Die Beteiligung von Wien Energie an diesem Pilotprojekt wird für alle Beteiligten sehr wertvoll sein.”

Andreas Freitag, Manager bei EY Österreich: „Die Energieindustrie sollte sich aktiv mit der Blockchain-Technologie beschäftigen. Die Auswirkungen auf bestehende Prozesse und Märkte könnte enorm sein. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, die Technologie zu erproben und das eigene Unternehmen auf die kommenden Veränderungen einzustellen. Das Projekt hilft der Energiewirtschaft das künftige Potential der Technologie noch besser einzuschätzen und hebt das Verständnis, wie das Blockchain-Protokoll die Energiewelt beeinflussen wird.“

Im Rahmen des von Februar bis Mai 2017 laufenden Pilotprojekts testet Wien Energie die Tauglichkeit der neuen Blockchain-Technologie für eine Tradingplattform im internationalen Gashandel.

Potenzialanalyse für die Blockchain-Technologie

Bei Blockchain-Lösungen für die Energiewirtschaft wird beispielsweise die dezentrale Erzeugung in Kleinanlagen (etwa Photovoltaik-Anlagen) mit einem Transaktionssystem kombiniert, das autonom, ohne zentrale Instanz agiert. Durch die Speicherung und Verschlüsselung von Transaktionsdaten auf den Computern der Teilnehmer ermöglicht Blockchain eine sichere Person-zu-Person-Abwicklung von vertrauensbasierten Geschäften. Damit stellt sie einen radikalen Gegenentwurf zur bestehenden Systemarchitektur dar, mit deren Hilfe die Energiewirtschaft auf die Herausforderungen der Dezentralisierung und Digitalisierung der Energieversorgung reagieren kann. Bei einem breiten Roll-Out ergeben sich damit für Energieunternehmen vollkommen neue Marktchancen für Dienstleistungen und Anwendungen. Diese gehen vom Energiehandel, der E-Mobilität bis zum Strom-Sharing oder dem Internet-of-things. So könnte eine Blockchain-Anwendung im Bereich E-Mobilität die Zurverfügungstellung privater Ladestationen an andere User ermöglichen. User könnten über die Blockchain und Smart Contracts (automatisierte Verträge) vollkommen automatisiert an privaten und öffentlichen Ladestationen laden und bezahlen. Die Verrechnung und Dokumentation würde in real-time erfolgen.

Waytation holt Investment von Hansi Hansmann und startup300

Das Wiener Startup Waytation, das „Google Analytics für Messen und Kongresse“, hat sich mit der ersten Finanzierungsrunde einen siebenstelligen Betrag geholt. Mit Johann „Hansi“ Hansmann und startup300 sind zwei der bekanntesten Investoren des Landes eingestiegen. Mit dem Investment werden Florian Bräuer und Cemsit Yelgin, die Gründer von Waytation, den Messe- und Kongressmarkt in das digitale Zeitalter führen.

„Wir messen Messen“ fasst Florian Bräuer die Geschäftsidee des 2015 gegründeten Unternehmens in drei Worten zusammen. Mit „smarten“ Namenschildern und eigens entwickelter Sensoren erfasst Waytation Besucherströme und Verhaltensmuster nahtlos und kann die komplette „Customer Journey“ eines Besuchers auf Messen und Events visualisieren. Die Erfolgsanalysen sind anonymisiert, jedoch kategorisiert, wodurch punktgenau gezeigt wird, welche Zielgruppen sich für welche Vortragsthemen und Messestände interessieren. „Bisher gab es solche Kennzahlen und Fakten nicht. Veranstalter können erstmals das Erlebnis der Besucher verstehen, Trends aufgreifen und den Erfolg ihrer Investitionen messen“, erklärt Cemsit Yelgin.

Entwickeln, was der Kunde braucht

Obwohl die Veranstaltungsbranche neu für die beiden Gründer war, erzielten sie bereits im ersten Geschäftsjahr einen sechsstelligen Umsatz. Parallel dazu bauten sie ein beachtliches Technologie-Portfolio auf.

„Wir haben zuerst verkauft und erst danach zu entwickeln begonnen – ganz nach dem Lean Startup Principle“, erinnert sich das Gründerduo. Waytation traf den Bedarf des Marktes perfekt: ein Skype-Call genügte, um Grégoire Pavillon von dem Konzept zu überzeugen und damit EASL, einen der größten medizinischen Dachverbände Europas und Veranstalter des Internationalen Leberkongresses, als Kunden zu gewinnen. Als Unterstützer der ersten Stunde kam EASL bei der aktuellen Finanzierungsrunde nun auch als strategischer Investor an Bord.

Waytation hat von Beginn an auf Geschwindigkeit gesetzt und beschäftigt mittlerweile ein Team von 20 Personen, wickelt Aufträge mit über 20.000 Besuchern ab und verarbeitet pro Event etwa 900 Millionen Datensätze. Im März steht der bisher größte Einsatz beim Radiologiekongress ECR an. Ab April beginnt mit Amsterdam und Helsinki die Expansion in die Eventmetropolen Europas.

Die Crème de la Crème der Szene

Die Waytation-Vision ist groß – und so auch die erste Finanzierungsrunde. Der „Best European Early Stage Investor“ Hansi Hansmann investierte ebenso wie die startup300 AG, das größtes Business Angel Netzwerk des Landes. Mit an Bord sind auch bekannte Business Angels wie Johannes Siller sowie der erste Waytation-Kunde EASL. Branchengrößen wie Christian Mutschlechner vom Vienna Convention Bureau oder Konrad Friedrich von ESR unterstützen Waytation tatkräftig. In Wien wird mit den starken Partnern Austria Center Vienna und Reed Exhibitions Messe Wien sogar bereits an einer Fixinstallation der Sensoren gearbeitet.

„In unserem ersten Jahr konnten wir das Interesse der größten Player der Branche wecken. Dass wir nun im zweiten Jahr auch noch die bedeutsamsten Investoren überzeugt haben, macht uns mehr als stolz“, erklären die Jungunternehmer. „Waytation löst eindeutig ein Problem und das auf sehr effiziente und elegante Weise. Die beiden Founder Florian und Cemsit haben einen klaren Zug zum Tor und haben mich schnell überzeugt. Wir werden von Waytation noch viel Gutes hören“, sagt Business Angel Hansi Hansmann.