rudy games entwickelt Brettspiele der Zukunft

Das Linzer Gaming Startup rudy games wurde 2013 von den drei Jugendfreunden Gertrude Kurzmann, Reinhard Kern und Manfred Lamplmair gegründet und setzt dabei nicht nur auf moderne Technologien, sondern auch auf ihre Community, die bei der Entwicklung der Spiele eine große Rolle spielt. Die Idee zu dem Startup selbst wurzelt in ihrer gemeinsamen Leidenschaft fürs Spielen, egal ob klassisches Brettspiel oder PC- Game.

Co-Founder Manfred Lamplmair im Interview mit startablish über Herausforderungen bei der Entwicklung, ihr neuestes Produkt und konkrete Zukunftspläne.

Welches Konzept steht hinter rudy games?

Kurz gesagt, bei rudy games entwickeln wir die Brettspiele der Zukunft! Das heißt, unsere Spielkarten, Figuren, Würfel etc. sind technisch so erweitert, dass diese mit einer interaktiven App kommunizieren können. Die App selbst ist Teil des Spieles und bietet so völlig neue und bisher einzigartige Spielmöglichkeiten und die Spieler können nach wie vor gemeinsam an einem Spieltisch beisammensitzen, ganz so wie man es eben von Brettspielen her kennt.

Wie kam es zu dieser doch ungewöhnlichen Idee?

Die Idee zu den „combined games“ hatte wir bereits 2012 bei, wie soll es anders sein, einem gemeinsamen Spieleabend. Wir diskutierten, ob wir an diesem Abend lieber ein Brettspiel oder ein PC Spiel zocken sollten und da kam dann die Frage auf, wieso nicht beides kombinieren.

Wo siehst du die Vorteile von „combined games“ im Gegensatz zu klassischen Gesellschaftsspielen?

Der Vorteil der „combined games“ ist ganz klar, dass wir das Gesellige und den Spaß klassischer Brettspiele erhalten, aber zusätzlich die technischen Möglichkeiten einer App voll ausnutzen. Dadurch entsteht ein völlig neues und bisher einzigartiges Spielerlebnis. Das fängt schon damit an, dass man keine langweilige Spielanleitung mehr lesen muss – unpack & play nennen wir das! Die App führt dich also Schritt für Schritt in das Spiel ein. Banale Dinge, wie eine dem Spielthema entsprechende Soundkulisse, sind so auch für Brettspiele möglich. Wirklich spannend ist aber der Einsatz von Technologien, wie Augmented Reality, wo versteckte Spielinhalte direkt auf den Spielplan projiziert werden können. Bei INTERACTION werden Spielinhalte stark personalisiert und aktuelle Ereignisse, etwa „Wer steht im Champions-League Finale?“ fließen über das Internet in das Spiel ein. Das wäre mit klassischen Spielkarten so nicht möglich.

Natürlich gibt es auch gewisse Herausforderungen bei „combined games“. Speziell beim Game Design ist darauf zu achten, die App nicht zu sehr in den Vordergrund zu rücken und die sogenannte „Down Time“, also jene Phase wo ein Spieler mit der App alleine beschäftigt ist, möglichst gering zu halten. Manche Kunden stellen uns die Frage wie es in zehn Jahren aussieht und ob man da unsere Spiele noch spielen kann – natürlich kann niemand in die Zukunft sehen, aber wenn man bedenkt das auch alte Nintendo Spiele dank Emulatoren auch heute noch laufen, dann bin ich zuversichtlich, dass dies bei Apps ähnlich sein wird.

Wo liegt euer USP ?

In unseren Spielen bietet die App einen tatsächlichen Mehrwert und ist nicht bloß ein nettes Marketing Add-On. Bei unserem ersten Spiel, dem Stratgiespiel LEADERS, haben wir mittlerweile über 50.000 Spieler. Über die App pflegen wir den direkten Kontakt zu jedem einzelnen Kunden und können Spielinhalte exakt auf deren Bedürfnisse zuschneiden sowie aus der App heraus Up-Selling für zusätzliche Spielerweiterungen betreiben.

Was ist das Besondere an eurem neuen Spiel INTERACTION?

INTERACTION ist ein Partyspiel für Familien und Freunde. Dabei treten bis zu neun Spieler in Teams in den fünf Kategorien: Wissen, Kreativität, Action, Social und Games an. Das heißt, egal ob Intelligenzbestie oder Sportskanone es sind alle Sinne und Talente gefordert.
Das eigentlich Besondere an INTERACTION ist die intelligente App, denn diese lernte jeden einzelnen Spieler nach und nach kennen und passt die Spielinhalte automatisch an Spielort, Alter und persönliche Interessensgebiete an. Ist man ein Fußball-Fan kommen Aufgaben aus diesen Bereich, wer ein Serienjunkie ist erhält dann eben auch Fragen und Aufgaben zu seinen Lieblingsserien. So ist für jeden das Richtige dabei und das Beste daran ist: Spiele ich als Familie, bekommen die Kinder kindgerechte und die Erwachsenen erwachsenengerechte Aufgaben, spiele ich alleine mit Freunden gibt es den Partymodus.

Wieso habt ihr euch für eine Crowdfunding- Kampagne auf Kickstarter entschieden?

Wir haben bereits 2013 für das Spiel LEADERS eine Crowdfunding-Kampagne gestartet als das Spiel noch mehr eine Idee als ein fertiges Produkt gewesen ist. Das frühe Feedback hat uns damals bei der Entwicklung extrem geholfen. Zudem pflegen wir generell einen sehr offenen Umgang mit unserer Community, von daher war es naheliegend auch bei INTERACTION die Möglichkeit des Crowdfundings zu wählen und nachdem wir uns sehr stark international ausrichten, war Kickstarter unsere erste Wahl. Bis 19. Mai kann man INTERACTION übrigens um 34 EUR Vorbestellen und erhält dazu noch exklusive Kickstarter Goodies.

Könnt ihr bereits kostendeckend wirtschaften?

Wir erwirtschaften zwar bereits erste Umsätze, diese fließen aber voll und ganz in das Wachstum sowie in die weitere Spielentwicklung. Traditionell ist vor allem das 4. Quartal mit dem Weihnachtsgeschäft der Umsatzbringer bei Spielwaren. Für uns besteht daher die Herausforderungen mit den erzielten Umsatzerlösen zum einen die schwächeren Quartale abzufedern und zum anderen die Produktion und Entwicklung vorzufinanzieren.

Wie sehen die Zukunftspläne für rudy games aus?

Heuer steht vor allem die Markteinführung von INTERACTION im Vordergrund. In Zukunft ist der Eintritt in weitere Märkte vor allem UK und USA geplant sowie die Erweiterung unseres Spieleportfolios. Mittelfristig wollen wir Produkte für alle Altersgruppen anbieten. Darüber hinaus möchten wir unsere Forschungskooperation mit der FH Oberösterreich/Hagenberg vertiefen, um im Bereich der „combined games“ Technologieführer zu werden.

Kommst du selbst noch zum Spielen?

Ja natürlich, wir veranstalten zum Beispiel jeden ersten Freitag im Monat einen Spieleabend in Linz. Da kann jeder vorbeikommen, eigenen Spiele mitbringen oder welche aus unserer doch sehr umfangreichen Sammlung ausprobieren. Es ist immer ziemlich spannend zu sehen, wie die Spielecommunity wächst und es macht Spaß bekannte Spiele mit neuen Mitspielern zu spielen.

Welche Tipps hättest du für Startup- Gründer?

Es gibt leider nicht den einen richtigen Tipp mit dem man als Startup erfolgreich ist, aber genau das ist ja auch das Schöne an Startups. Für uns war es damals sehr wichtig früh Feedback vom Markt einzuholen, den Mut zu haben Dinge auszuprobieren, aber vor allem den Fokus nicht zu verlieren. Meiner Meinung nach ist es wichtig, ein gewisses Durchhaltevermögen mitzubringen und sich nach Niederschlägen rasch wieder auf zu richten. Das wirklich Entscheidende ist aber, das zu Lieben was man tut!

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Wiener Startup predictR in Kooperation mit Erste Group

Auf der Bühne des Pioneers Festival kündigen predictR und die Erste Group eine Zusammenarbeit an, um neue Wege im digitalen Banking zu gehen.

PredictR, spezialisiert auf das Online-Banking, wandelt durch eine algorithmische Analyse historische Transaktionsdaten in eine Kontostandsvorhersage um. Die zugrundeliegenden Algorithmen, die höhere Mathematik mit fortgeschrittener Mustererkennung kombinieren, liefern die Einzigartigkeit dieser Softwarelösung – in Kombination mit einer einfachen auf den Zukunftsgraphen fokussierten Benutzeroberfläche.

Als Sieger eines im Vorjahr von der Erste Group organisierten Hackathons hat sich das Team in rasanter Weise in der Bankenwelt etabliert. Heute verwirklichen in der jungen Firma hervorragende Statistiker, Banker und Software-Entwickler Ideen für neue Services. Bereits in wenigen Monaten können diese in “George”, dem Online-Banking der Erste Group, bereitstehen.

predictR-Mitgründer Jakob Etzel freut sich auf die Kooperation: “Wir starten mit einer Bank mit knapp 16 Millionen Kunden in 7 Ländern, das macht schon ein bisschen Stolz. predictR ist zu 100% darauf fokussiert, Online-Banking für den Kunden angenehmer und effizienter zu gestalten. Eine moderne Bank muss auch im Internet klare Unterscheidungsmerkmale haben.”

Für die Erste Group ist eine Kooperation einem Fintech-Startup ein Novum und eine willkommene Ergänzung ihrer Innovationsstrategie. „Junge Talente die mit einem völlig neuen Blickwinkel auf digitales Bankgeschäft schauen – das ist es was wir brauchen“, so Peter Bosek, Chief Retail Officer in der Erste Group.

Wien Energie testet Blockchain-Technologie

BTL, Wien Energie und EY testen ab Februar in Wien die neue Peer-to-peer-Technologie für Transaktionen in der Energiewirtschaft

Wien Energie beteiligt sich gemeinsam mit anderen internationalen Energieunternehmen an einem von BTL GROUP LTD, einem kanadischen Blockchain-Startup, durchgeführten Blockchain Pilotprojekt. BTL wird auf Basis ihrer bestehenden Interbit Handelsplattform ein Pilotprojekt für den Gashandel durchführen. Das Beratungsunternehmen EY unterstützt BTL hinsichtlich Evaluierung und Prüfung der erstellten Lösung. Ziel des dreimonatigen Projektes ist, die Blockchain-Technologie für den Energiehandel zu erproben.

Der Blockchain-Technologie werden für die Zukunft des Energiemarktes große Potenziale eingeräumt. Sie gilt als einer der nächsten großen Trends der Energiewirtschaft. Mit dieser Technik und den damit verbundenen Netzwerkmöglichkeiten kann die Entwicklung dezentraler Energieliefersysteme gefördert werden. Noch steckt die Technologie in einem sehr frühen Versuchsstadium, da insbesondere in der Energiewirtschaft auch hohe regulatorische Vorgaben eingehalten werden müssen.

„Mit dem jetzt gestarteten Pilotprojekt können wir mit unseren Partnern Know-how im Blockchain-Bereich aufbauen und die neue Technologie auf ihre Chancen und Vorteile abtesten. Ebenso wollen wir analysieren, wie daraus neue Geschäftsmodelle entstehen können“, sagt Peter Gönitzer, Geschäftsführer bei Wien Energie. „Durch unterschiedliche Versuchsanordnungen mit der Technologie sollen neue Erkenntnisse zum Einsatz von Blockchain im Energiegeschäft gewonnen bzw. mögliche Prozessoptimierungen und Kosteneinsparungen ausgelotet werden.“ „Die Blockchain-Technologie ist ein weiterer Digitalisierungstrend, der auf die Energiewirtschaft zukommt. Als Österreichs größter Energiedienstleister wollen wir die Chancen dieser Technologie aktiv für unsere Kunden und uns nutzen“, ergänzt Michael Strebl, Vorsitzender der Wien Energie-Geschäftsführung.

„Das ist eine großartige Chance für die Energiewirtschaft und BTL ist begeistert, den Wandel in diesem Bereich durch unsere Interbit-Plattform voranzutreiben”, sagte Guy Halford-Thompson, Geschäftsführer und Mitbegründer von BTL. „Durch die Nutzung der Blockchain-Technologie werden die Energie-unternehmen in der Lage sein, die Kosten mehrerer Geschäftsbereiche erheblich zu senken. Die Beteiligung von Wien Energie an diesem Pilotprojekt wird für alle Beteiligten sehr wertvoll sein.”

Andreas Freitag, Manager bei EY Österreich: „Die Energieindustrie sollte sich aktiv mit der Blockchain-Technologie beschäftigen. Die Auswirkungen auf bestehende Prozesse und Märkte könnte enorm sein. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, die Technologie zu erproben und das eigene Unternehmen auf die kommenden Veränderungen einzustellen. Das Projekt hilft der Energiewirtschaft das künftige Potential der Technologie noch besser einzuschätzen und hebt das Verständnis, wie das Blockchain-Protokoll die Energiewelt beeinflussen wird.“

Im Rahmen des von Februar bis Mai 2017 laufenden Pilotprojekts testet Wien Energie die Tauglichkeit der neuen Blockchain-Technologie für eine Tradingplattform im internationalen Gashandel.

Potenzialanalyse für die Blockchain-Technologie

Bei Blockchain-Lösungen für die Energiewirtschaft wird beispielsweise die dezentrale Erzeugung in Kleinanlagen (etwa Photovoltaik-Anlagen) mit einem Transaktionssystem kombiniert, das autonom, ohne zentrale Instanz agiert. Durch die Speicherung und Verschlüsselung von Transaktionsdaten auf den Computern der Teilnehmer ermöglicht Blockchain eine sichere Person-zu-Person-Abwicklung von vertrauensbasierten Geschäften. Damit stellt sie einen radikalen Gegenentwurf zur bestehenden Systemarchitektur dar, mit deren Hilfe die Energiewirtschaft auf die Herausforderungen der Dezentralisierung und Digitalisierung der Energieversorgung reagieren kann. Bei einem breiten Roll-Out ergeben sich damit für Energieunternehmen vollkommen neue Marktchancen für Dienstleistungen und Anwendungen. Diese gehen vom Energiehandel, der E-Mobilität bis zum Strom-Sharing oder dem Internet-of-things. So könnte eine Blockchain-Anwendung im Bereich E-Mobilität die Zurverfügungstellung privater Ladestationen an andere User ermöglichen. User könnten über die Blockchain und Smart Contracts (automatisierte Verträge) vollkommen automatisiert an privaten und öffentlichen Ladestationen laden und bezahlen. Die Verrechnung und Dokumentation würde in real-time erfolgen.