Interview mit HappyMed

HappyMed, ein Startup von dem man immer wieder hört und das mit einer simplen Idee, kombiniert mit einer hochwertigen Technologie, den Markt der Virtual Reality aufmischt.

Ihr kennt dieses Phänomen sicher: Man hat sich wehgetan, es schmerzt und dann konzentriert man sich auf etwas anderes, wie ein Gespräch oder ein leckeres „ Alles wird wieder gut“- Eis und plötzlich ist der Schmerz nicht mehr allzu präsent. Das Stichwort lautet: Ablenkung!

Und genau diesem Prinzip folgt auch HappyMed. Mittels der Videobrillen wird der Fokus der Aufmerksamkeit des Patienten verlagert, der Patient entspannt sich und das individuelle Schmerzempfinden wird reduziert.

Philipp Albrecht, Gründer von HappyMed, spricht mit startablish.at darüber wie ein Besuch beim Zahnarzt ihn inspiriert hat und was beim Gründen besonders ärgerlich war.

HappyMed – welche Idee steht dahinter?

HappyMed hilft dir als Patienten dich während einer medizinischen Behandlung abzulenken bzw. dich zu entspannen. Als Patient taucht man mit der HappyMed Videobrille in eine andere Welt und Angst und Stress werden reduziert.

Wie kam es zu diesem Konzept?

Während einer ziemlich schmerzhaften Wurzelbehandlung beim Zahnarzt, kam mir der Gedanke, dass man die Behandlung selbst doch irgendwie angenehmer gestalten könnte bzw. hätte ich mir zur Ablenkung einfach nur einen Monitor an der Decke gewünscht, aber den gab es leider nicht. Ich habe mit einer Ärztin darüber gesprochen, die mir im Gespräch bestätigt hat, dass es in diesem Bereich noch wenige gebe, was kein enormer Aufwand seitens des Arztes bedeutete, aber dass durchaus ein Bedarf besteht.

Für uns war das ausschlaggebend und nachdem es noch kein System in diesem Bereich gab, haben wir uns dazu entschlossen einfach selber ein Produkt zu bauen, dass dieses Problem löst.

Das Besondere an der Brille ist, dass wir einerseits ein Videocenter eingebaut haben, dessen Inhalte lokal gespeichert und bereits lizensiert sind. Andererseits muss der Arzt durch die einfach Handhabung und simple Verwendung seine Infrastruktur nicht adaptieren. Zwei Aspekte, die für unsere Kunden enorm wichtig sind.

Wie lange hat es gedauert bis zu dem Moment an dem ihr realisiert habt – so das machen wir jetzt?

Die Idee selbst hatte ich schon 2013, bis wir aber dann wirklich als Firma gearbeitet haben war es schon Anfang 2014. Dann kam mal der erste Prototyp aus Holz und eine sehr intensive Marktanalyse, die für unsere Vorhaben sehr positiv ausgegangen ist. Das war der Punkt an dem wir gesagt haben, okay jetzt investieren wir unsere gesamte Zeit in HappyMed und das war die beste Entscheidung!

Euer Team – wie seid ihr zusammengekommen?

Mein Co- Founder Florian Fischer und ich kennen uns seit dem Studium und haben über unser Netzwerk Stück für Stück unser Team gefunden. Mit dem sind wir heute auch wirklich happy, weil da jeder voll hinter der Idee steht!

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Produktspezifikationen (c) HappyMed

Was hast du vorher gemacht, hast du einen medizinischen Background?

Nein, überhaupt nicht, ich war aber vorher bereits selbstständig. Das heißt ich hab einiges an Erfahrung mitgebracht aus meinem ersten Unternehmen, einer Internetagentur namens websafari, die ich später verkauft habe um mich voll und ganz auf HappyMed zu konzentrieren.

Ein Unternehmen aufzubauen und zu etablieren nimmt viel Zeit in Anspruch, wie geht’s dir dabei?

Für mich ist das ja nichts neues, aber wir versuchen das Freizeit und Arbeit in einem guten Verhältnis bleibt. Ich bin der Meinung, dass man sich seine Regenerationszeiten nehmen muss um mit einem freien Kopf an neue Aufgaben heran gehen zu können.

Was hat dich in der Gründungsphase am meisten aufgehalten?

Die Tatsache, wie lange eine Firmengründung in Österreich dauern kann ist sehr mühsam. Und natürlich ist das Thema Finanzierung ein langwieriger Prozess. Man bekommt nicht von heute auf morgen das Geld um seine Ideen umzusetzen.

Wie habt ihr euch dann letztlich finanziert?

Zuerst über Bootstrapping, also wir haben unser eigenes Geld investiert, später nebenbei gearbeitet, nur um das verdiente Geld wieder zu investieren. Zusätzlich bekamen wir Fördergelder und ein Investment von Business Angels.

Nachdem ihr ja mittlerweile sehr erfolgreich mit einigen großen Krankenhäusern und Arztpraxen zusammenarbeitet, wie sehen eure nächsten Schritte aus?

Wir würden uns wünschen, dass jeder Patient in den Genuss von HappyMed kommt. Derzeit sind wir vor allem im DACH Raum unterwegs, unser Ziel ist es jedoch mit HappyMed in ganz Europa eine starke und bekannte Marke aufzubauen, renommierte Häuser als Kunden zu gewinnen und HappyMed nicht nur bei Ärzten sondern auch bei Patienten zu etablieren.

Und wir wünschen euch mit dieser super Idee viel Erfolg, aber zuerst noch: Euer Tipp für Gründer?

Es muss enorm viel Leidenschaft dabei sein, sonst fehlt dir einfach die nötige Energie! Der erste Schritt an die Öffentlichkeit ist für jeden Gründer eine große Sache, aber man darf nicht zu viel überlegen und zu lange warten bis man seinen Prototyp am Markt testet. Man muss als Gründer sehr reflektiert sein und ohne Angst vor negativem Feedback. Das kann unangenehm sein, ist aber ein sehr wichtiger Prozess!

Und nehmt unbedingt Fördermöglichkeiten in Anspruch, sucht euch Mentoren und stellt viele, viele Fragen!

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Wien Energie testet Blockchain-Technologie

BTL, Wien Energie und EY testen ab Februar in Wien die neue Peer-to-peer-Technologie für Transaktionen in der Energiewirtschaft

Wien Energie beteiligt sich gemeinsam mit anderen internationalen Energieunternehmen an einem von BTL GROUP LTD, einem kanadischen Blockchain-Startup, durchgeführten Blockchain Pilotprojekt. BTL wird auf Basis ihrer bestehenden Interbit Handelsplattform ein Pilotprojekt für den Gashandel durchführen. Das Beratungsunternehmen EY unterstützt BTL hinsichtlich Evaluierung und Prüfung der erstellten Lösung. Ziel des dreimonatigen Projektes ist, die Blockchain-Technologie für den Energiehandel zu erproben.

Der Blockchain-Technologie werden für die Zukunft des Energiemarktes große Potenziale eingeräumt. Sie gilt als einer der nächsten großen Trends der Energiewirtschaft. Mit dieser Technik und den damit verbundenen Netzwerkmöglichkeiten kann die Entwicklung dezentraler Energieliefersysteme gefördert werden. Noch steckt die Technologie in einem sehr frühen Versuchsstadium, da insbesondere in der Energiewirtschaft auch hohe regulatorische Vorgaben eingehalten werden müssen.

„Mit dem jetzt gestarteten Pilotprojekt können wir mit unseren Partnern Know-how im Blockchain-Bereich aufbauen und die neue Technologie auf ihre Chancen und Vorteile abtesten. Ebenso wollen wir analysieren, wie daraus neue Geschäftsmodelle entstehen können“, sagt Peter Gönitzer, Geschäftsführer bei Wien Energie. „Durch unterschiedliche Versuchsanordnungen mit der Technologie sollen neue Erkenntnisse zum Einsatz von Blockchain im Energiegeschäft gewonnen bzw. mögliche Prozessoptimierungen und Kosteneinsparungen ausgelotet werden.“ „Die Blockchain-Technologie ist ein weiterer Digitalisierungstrend, der auf die Energiewirtschaft zukommt. Als Österreichs größter Energiedienstleister wollen wir die Chancen dieser Technologie aktiv für unsere Kunden und uns nutzen“, ergänzt Michael Strebl, Vorsitzender der Wien Energie-Geschäftsführung.

„Das ist eine großartige Chance für die Energiewirtschaft und BTL ist begeistert, den Wandel in diesem Bereich durch unsere Interbit-Plattform voranzutreiben”, sagte Guy Halford-Thompson, Geschäftsführer und Mitbegründer von BTL. „Durch die Nutzung der Blockchain-Technologie werden die Energie-unternehmen in der Lage sein, die Kosten mehrerer Geschäftsbereiche erheblich zu senken. Die Beteiligung von Wien Energie an diesem Pilotprojekt wird für alle Beteiligten sehr wertvoll sein.”

Andreas Freitag, Manager bei EY Österreich: „Die Energieindustrie sollte sich aktiv mit der Blockchain-Technologie beschäftigen. Die Auswirkungen auf bestehende Prozesse und Märkte könnte enorm sein. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, die Technologie zu erproben und das eigene Unternehmen auf die kommenden Veränderungen einzustellen. Das Projekt hilft der Energiewirtschaft das künftige Potential der Technologie noch besser einzuschätzen und hebt das Verständnis, wie das Blockchain-Protokoll die Energiewelt beeinflussen wird.“

Im Rahmen des von Februar bis Mai 2017 laufenden Pilotprojekts testet Wien Energie die Tauglichkeit der neuen Blockchain-Technologie für eine Tradingplattform im internationalen Gashandel.

Potenzialanalyse für die Blockchain-Technologie

Bei Blockchain-Lösungen für die Energiewirtschaft wird beispielsweise die dezentrale Erzeugung in Kleinanlagen (etwa Photovoltaik-Anlagen) mit einem Transaktionssystem kombiniert, das autonom, ohne zentrale Instanz agiert. Durch die Speicherung und Verschlüsselung von Transaktionsdaten auf den Computern der Teilnehmer ermöglicht Blockchain eine sichere Person-zu-Person-Abwicklung von vertrauensbasierten Geschäften. Damit stellt sie einen radikalen Gegenentwurf zur bestehenden Systemarchitektur dar, mit deren Hilfe die Energiewirtschaft auf die Herausforderungen der Dezentralisierung und Digitalisierung der Energieversorgung reagieren kann. Bei einem breiten Roll-Out ergeben sich damit für Energieunternehmen vollkommen neue Marktchancen für Dienstleistungen und Anwendungen. Diese gehen vom Energiehandel, der E-Mobilität bis zum Strom-Sharing oder dem Internet-of-things. So könnte eine Blockchain-Anwendung im Bereich E-Mobilität die Zurverfügungstellung privater Ladestationen an andere User ermöglichen. User könnten über die Blockchain und Smart Contracts (automatisierte Verträge) vollkommen automatisiert an privaten und öffentlichen Ladestationen laden und bezahlen. Die Verrechnung und Dokumentation würde in real-time erfolgen.

Waytation holt Investment von Hansi Hansmann und startup300

Das Wiener Startup Waytation, das „Google Analytics für Messen und Kongresse“, hat sich mit der ersten Finanzierungsrunde einen siebenstelligen Betrag geholt. Mit Johann „Hansi“ Hansmann und startup300 sind zwei der bekanntesten Investoren des Landes eingestiegen. Mit dem Investment werden Florian Bräuer und Cemsit Yelgin, die Gründer von Waytation, den Messe- und Kongressmarkt in das digitale Zeitalter führen.

„Wir messen Messen“ fasst Florian Bräuer die Geschäftsidee des 2015 gegründeten Unternehmens in drei Worten zusammen. Mit „smarten“ Namenschildern und eigens entwickelter Sensoren erfasst Waytation Besucherströme und Verhaltensmuster nahtlos und kann die komplette „Customer Journey“ eines Besuchers auf Messen und Events visualisieren. Die Erfolgsanalysen sind anonymisiert, jedoch kategorisiert, wodurch punktgenau gezeigt wird, welche Zielgruppen sich für welche Vortragsthemen und Messestände interessieren. „Bisher gab es solche Kennzahlen und Fakten nicht. Veranstalter können erstmals das Erlebnis der Besucher verstehen, Trends aufgreifen und den Erfolg ihrer Investitionen messen“, erklärt Cemsit Yelgin.

Entwickeln, was der Kunde braucht

Obwohl die Veranstaltungsbranche neu für die beiden Gründer war, erzielten sie bereits im ersten Geschäftsjahr einen sechsstelligen Umsatz. Parallel dazu bauten sie ein beachtliches Technologie-Portfolio auf.

„Wir haben zuerst verkauft und erst danach zu entwickeln begonnen – ganz nach dem Lean Startup Principle“, erinnert sich das Gründerduo. Waytation traf den Bedarf des Marktes perfekt: ein Skype-Call genügte, um Grégoire Pavillon von dem Konzept zu überzeugen und damit EASL, einen der größten medizinischen Dachverbände Europas und Veranstalter des Internationalen Leberkongresses, als Kunden zu gewinnen. Als Unterstützer der ersten Stunde kam EASL bei der aktuellen Finanzierungsrunde nun auch als strategischer Investor an Bord.

Waytation hat von Beginn an auf Geschwindigkeit gesetzt und beschäftigt mittlerweile ein Team von 20 Personen, wickelt Aufträge mit über 20.000 Besuchern ab und verarbeitet pro Event etwa 900 Millionen Datensätze. Im März steht der bisher größte Einsatz beim Radiologiekongress ECR an. Ab April beginnt mit Amsterdam und Helsinki die Expansion in die Eventmetropolen Europas.

Die Crème de la Crème der Szene

Die Waytation-Vision ist groß – und so auch die erste Finanzierungsrunde. Der „Best European Early Stage Investor“ Hansi Hansmann investierte ebenso wie die startup300 AG, das größtes Business Angel Netzwerk des Landes. Mit an Bord sind auch bekannte Business Angels wie Johannes Siller sowie der erste Waytation-Kunde EASL. Branchengrößen wie Christian Mutschlechner vom Vienna Convention Bureau oder Konrad Friedrich von ESR unterstützen Waytation tatkräftig. In Wien wird mit den starken Partnern Austria Center Vienna und Reed Exhibitions Messe Wien sogar bereits an einer Fixinstallation der Sensoren gearbeitet.

„In unserem ersten Jahr konnten wir das Interesse der größten Player der Branche wecken. Dass wir nun im zweiten Jahr auch noch die bedeutsamsten Investoren überzeugt haben, macht uns mehr als stolz“, erklären die Jungunternehmer. „Waytation löst eindeutig ein Problem und das auf sehr effiziente und elegante Weise. Die beiden Founder Florian und Cemsit haben einen klaren Zug zum Tor und haben mich schnell überzeugt. Wir werden von Waytation noch viel Gutes hören“, sagt Business Angel Hansi Hansmann.