Interview mit Record Bird

Musikliebhaber werden begeistert sein, mit Record Bird verpasst ihr nie wieder einen Release eurer Lieblingsband oder eures Lieblingsinterpreten! Wie das geht?

User loggen sich über Facebook oder Spotify bei Record Bird ein und werden per Push- Benachrichtigungen kostenfrei informiert, wenn die Künstler, denen man folgt, einen neues Album bzw. eine Single veröffentlichen. Aktuell verzeichnet Record Bird in seiner hauseigenen Datenbank etwa vier Millionen Bands und Musiker. Als Konkurrenz zu Spotify, das ebenfalls Notifications bei neuen Releases anbietet, sieht sich Record Bird nicht, sondern eher als Ergänzung mit erweitertem Angebot.

Andreas Mahringer, Gründer von Record Bird, spricht mit unserer startablish.at- Redakteurin Ines Fernau über die Vorteile von Record Bird für die Musikindustrie, Herausforderungen und auf welches Release er sich schon besonders freut!

Worum geht’s bei Record Bird?

Record Bird ist ein kostenloser Onlineservice der Musikfans über neue Releases informiert.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Wir sind selber große Musikfans und es hat es uns immer sehr frustriert wenn wir einen Release verpasst haben. Wir haben die erste Version eigentlich auch für uns selbst gebaut, bis wir gemerkt haben, dass es eine Vielzahl von Musikfans gibt, die genau dasselbe Problem mit uns teilen. Und auch die Musikindustrie lechzt nach einem effizienten Kommunikationskanal. Somit hat es Sinn gemacht Record Bird auszubauen.

Wer ist Record Bird?

Die technische Leitung von Record Bird liegt bei unserem CTO, Arnold Graf. Thomas Patterer ist für das riesige Thema Release-Daten verantwortlich, das im Zentrum unseres Produktes steht. Alex Baumann ist unser Designer und Christoph Kregl ist unser Arm in die Musikindustrie. Er arbeitet seit über zehn Jahren als Künstlermanager und bringt aus diesem Bereich das nötige Know-How und das Netzwerk mit. Ich selbst kümmere mich um die Geschäftsführung und das Produktmanagement.

Als Musikenthusiast muss ich die Frage stellen: wieso gab es etwas wie Record Bird bisher noch nicht?

Es gab in der Vergangenheit durchaus Versuche so einen Service zu bauen. Das Problem an dem alle gescheitert sind, ist die notwendige Datenqualität aufrechtzuerhalten. Ich vergleiche das gerne mit Google Maps. Google Maps ist nur so gut wie die Daten dahinter. Wenn mir nur die Autobahnen angezeigt werden – sprich, nur die großen Releases – ist es nur wenig nützlich. Wenn alle Straßen verfügbar sind, jedoch die Entfernungen nicht stimmen oder Baustellen aktualisiert werden, dann ist  das Produkt ebenso unbrauchbar. Und ähnlich ist es auch bei uns. Die große Herausforderung liegt darin, einen Release über unterschiedliche Märkte, Plattformen und Formate hinweg zu matchen und dem Nutzer die für sie/ihn relevanten Daten auszuspielen – unabhängig von Markt, Format etc.

Und wieso schafft ihr was andere noch nicht geschafft haben?

Was Record Bird auszeichnet ist das Programm im Hintergrund, das wir geschrieben haben und das wir ständig optimieren um diesen Datenabgleich zu ermöglichen. Wir tracken mehr als 4 Millionen Künstler und haben eine der umfangreichsten Releasedatenbanken weltweit aufgebaut.

Und wie kommt man an diese Daten? Ich stell mir das nicht so einfach vor.

Es war nicht einfach aber die Gespräche die wir geführt haben waren sehr produktiv und wir haben uns die schriftliche Unterstützung der großen Labels in Europa geholt – das war für uns dann ein Sprungbrett für die Finanzierungsrunde, weil natürlich jeder Investor zuerst fragt wie die Musikindustrie zu dem Service steht. Und wir konnten sagen: da steht‘s geschrieben! Es wird von der Musikindustrie auch immer sehr positiv an Record Bird geäußert, dass wir für viele Parteien klare Vorteile bieten: für die Labels, genauso wie für die Künstler und für die Retailer. Es profitieren alle wichtigen Player des Marktes von unserem Service.

Kannst du uns einen kleinen Einblick in eure Finanzierung geben? Ihr habt vor ein paar Monaten die erste Finanzierungsrunde erfolgreich geschlossen.

Genau, wir haben im Februar unsere erste Finanzierungsrunde geschlossen und davor eine kleine Förderung der Wirtschaftsagentur Wien bekommen die uns bis dorthin gebracht hat. Grundsätzlich war es so, dass wir uns letzten Sommer mit Niko Alm, unserem zukünftigen Leadinvestor, zusammengesetzt und ihm Record Bird präsentiert haben. Er kommt aus dem Medienbereich und kennt auch die Musikbranche sehr gut und war vom Produkt und dem Team überzeugt. Parallel haben wir unsere Gespräche mit dem Business-Angel-Netzwerk Startup300 begonnen. Sie sind auch als Investor bei uns eingestiegen und wir konnten in Folge noch drei weitere Mitglieder aus ihrem Netzwerk für Record Bird gewinnen.

Wie soll sich Record Bird einmal finanzieren?

Ein Modell, dass das Interesse der Musikbranche sehr genießt, sind Platzierungen auf Record Bird. So ermöglichen wir einem Label oder einem Künstler wirklich das Zielpublikum zu erreichen. Und das geht bei uns viel effizienter als auf anderen Kanälen wo der Künstler mit Freunden, mit Brands, mit anderen Publikationen um deren Aufmerksamkeit konkurrieren muss. Dieser Kontakt zum Zielpublikum ist sehr effizient und attraktiv.

Was waren die größten Herausforderungen bis jetzt?

Die größte Schwierigkeit ist es international über diverse Formate und Anbieter hinweg über neue Releases informieren zu können. Die Datenbreite aufzubauen, sie zu warten – dieser technische Aspekt war und ist eine riesige Herausforderung.

Hast du das Gefühl dass man in Österreich für Gründer einige Aspekte vereinfachen könnte?

Viele! Angefangen bei rechtlichen Optimierungsschritten bis hin zur (Aus-)Bildung selbst. Ich habe selbst Internationale Betriebswirtschaft studiert und nach vier Jahren habe ich gewusst wie Bonds und Swaps funktionieren aber niemand hat mir gesagt wie ich die ersten hunderttausend Euro bei der Unternehmungsgründung aufstelle. Das ist etwas was nicht einmal annähernd tangiert worden ist.

Außerdem sind zum Beispiel die Lohnnebenkosten für Mitarbeiter in Österreich irrsinnig teuer. Warum soll ein junges Unternehmen nicht die ersten drei bis vier, fünf Mitarbeiter bei geringeren Lohnnebenkosten anstellen können? Das würde die Chance erhöhen, dass das Unternehmen einmal 30-40 Mitarbeiter haben kann und somit viel mehr zur gesamten Volkswirtschaft beitragen könnte.

Work – Life Balance, gibt’s das?

Gibt‘s! Ich kann mich nicht mehr daran erinnern wann ich das letzte Mal gesagt habe, dass ich „in der Arbeit“ bin. Wir haben wirklich Spaß an dem was wir aufbauen, deshalb kommt es mir nicht wie Arbeit vor. Es gibt natürlich Tage die anstrengender sind, es gibt Tage an denen der Druck extrem hoch ist, aber wir arbeiten für uns, für unsere Vision und das fühlt sich nicht wie arbeiten an. Also ich bin happy mit meiner Work-Life Balance.

Was sind dann die nächsten Schritte bei Record Bird – ist nicht eine App geplant?

Genau, wir arbeiten aktuell mit Hochdruck an der mobilen App. Unser Ziel für die nächsten sechs Monate ist es, unseren Proof of Concept zu erbringen – also zu zeigen, dass: unser Produkt wirklich für die Masse von Musikfans interessant ist und wir diese effizient ansprechen können, dass die User das Produkt wiederkehrend nutzen und, dass der Kontakt und diese Zielgruppe für die Labels interessant ist. Wenn wir das demonstrieren können, dann sind wir bereit die nächste Finanzierungsrunde anzustreben um mit diesem Geld in die Kernmärkte UK und US zu expandieren.

Und wann soll die App kommen?

Die kommt auf jeden Fall im Sommer.

Welche Tipps würdest du anderen Jungunternehmern geben?

Wichtig ist, dass man selbst von der Thematik überzeugt ist und das Problem von Grund auf begreift, das macht vieles einfacher. Wenn wir zum Beispiel ein Produkt für den Bankensektor entwickeln würden, dann wäre das viel schwieriger weil wir uns immer in die Schuhe eines anderen hineinversetzen müssten. Außerdem sollte man mit Leuten gründen, die man wirklich gerne hat, das hilft.

Kommst du noch zum Musikhören?

Zum Musik hören schon, zum Spielen leider nicht mehr!

Auf welche Platte freust du dich gerade am meisten?

Wir haben ganz exklusiv hereinbekommen dass Crystal Castles ein neues Album machen. Die haben jetzt eine neue Sängerin, Edith Francis, und am 19.8. kommt die neue Platte namens Amnesty (I). Das haben wir extrem früh reinbekommen, noch bevor es von der Band angekündigt wurde.

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Wien Energie testet Blockchain-Technologie

BTL, Wien Energie und EY testen ab Februar in Wien die neue Peer-to-peer-Technologie für Transaktionen in der Energiewirtschaft

Wien Energie beteiligt sich gemeinsam mit anderen internationalen Energieunternehmen an einem von BTL GROUP LTD, einem kanadischen Blockchain-Startup, durchgeführten Blockchain Pilotprojekt. BTL wird auf Basis ihrer bestehenden Interbit Handelsplattform ein Pilotprojekt für den Gashandel durchführen. Das Beratungsunternehmen EY unterstützt BTL hinsichtlich Evaluierung und Prüfung der erstellten Lösung. Ziel des dreimonatigen Projektes ist, die Blockchain-Technologie für den Energiehandel zu erproben.

Der Blockchain-Technologie werden für die Zukunft des Energiemarktes große Potenziale eingeräumt. Sie gilt als einer der nächsten großen Trends der Energiewirtschaft. Mit dieser Technik und den damit verbundenen Netzwerkmöglichkeiten kann die Entwicklung dezentraler Energieliefersysteme gefördert werden. Noch steckt die Technologie in einem sehr frühen Versuchsstadium, da insbesondere in der Energiewirtschaft auch hohe regulatorische Vorgaben eingehalten werden müssen.

„Mit dem jetzt gestarteten Pilotprojekt können wir mit unseren Partnern Know-how im Blockchain-Bereich aufbauen und die neue Technologie auf ihre Chancen und Vorteile abtesten. Ebenso wollen wir analysieren, wie daraus neue Geschäftsmodelle entstehen können“, sagt Peter Gönitzer, Geschäftsführer bei Wien Energie. „Durch unterschiedliche Versuchsanordnungen mit der Technologie sollen neue Erkenntnisse zum Einsatz von Blockchain im Energiegeschäft gewonnen bzw. mögliche Prozessoptimierungen und Kosteneinsparungen ausgelotet werden.“ „Die Blockchain-Technologie ist ein weiterer Digitalisierungstrend, der auf die Energiewirtschaft zukommt. Als Österreichs größter Energiedienstleister wollen wir die Chancen dieser Technologie aktiv für unsere Kunden und uns nutzen“, ergänzt Michael Strebl, Vorsitzender der Wien Energie-Geschäftsführung.

„Das ist eine großartige Chance für die Energiewirtschaft und BTL ist begeistert, den Wandel in diesem Bereich durch unsere Interbit-Plattform voranzutreiben”, sagte Guy Halford-Thompson, Geschäftsführer und Mitbegründer von BTL. „Durch die Nutzung der Blockchain-Technologie werden die Energie-unternehmen in der Lage sein, die Kosten mehrerer Geschäftsbereiche erheblich zu senken. Die Beteiligung von Wien Energie an diesem Pilotprojekt wird für alle Beteiligten sehr wertvoll sein.”

Andreas Freitag, Manager bei EY Österreich: „Die Energieindustrie sollte sich aktiv mit der Blockchain-Technologie beschäftigen. Die Auswirkungen auf bestehende Prozesse und Märkte könnte enorm sein. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, die Technologie zu erproben und das eigene Unternehmen auf die kommenden Veränderungen einzustellen. Das Projekt hilft der Energiewirtschaft das künftige Potential der Technologie noch besser einzuschätzen und hebt das Verständnis, wie das Blockchain-Protokoll die Energiewelt beeinflussen wird.“

Im Rahmen des von Februar bis Mai 2017 laufenden Pilotprojekts testet Wien Energie die Tauglichkeit der neuen Blockchain-Technologie für eine Tradingplattform im internationalen Gashandel.

Potenzialanalyse für die Blockchain-Technologie

Bei Blockchain-Lösungen für die Energiewirtschaft wird beispielsweise die dezentrale Erzeugung in Kleinanlagen (etwa Photovoltaik-Anlagen) mit einem Transaktionssystem kombiniert, das autonom, ohne zentrale Instanz agiert. Durch die Speicherung und Verschlüsselung von Transaktionsdaten auf den Computern der Teilnehmer ermöglicht Blockchain eine sichere Person-zu-Person-Abwicklung von vertrauensbasierten Geschäften. Damit stellt sie einen radikalen Gegenentwurf zur bestehenden Systemarchitektur dar, mit deren Hilfe die Energiewirtschaft auf die Herausforderungen der Dezentralisierung und Digitalisierung der Energieversorgung reagieren kann. Bei einem breiten Roll-Out ergeben sich damit für Energieunternehmen vollkommen neue Marktchancen für Dienstleistungen und Anwendungen. Diese gehen vom Energiehandel, der E-Mobilität bis zum Strom-Sharing oder dem Internet-of-things. So könnte eine Blockchain-Anwendung im Bereich E-Mobilität die Zurverfügungstellung privater Ladestationen an andere User ermöglichen. User könnten über die Blockchain und Smart Contracts (automatisierte Verträge) vollkommen automatisiert an privaten und öffentlichen Ladestationen laden und bezahlen. Die Verrechnung und Dokumentation würde in real-time erfolgen.

Waytation holt Investment von Hansi Hansmann und startup300

Das Wiener Startup Waytation, das „Google Analytics für Messen und Kongresse“, hat sich mit der ersten Finanzierungsrunde einen siebenstelligen Betrag geholt. Mit Johann „Hansi“ Hansmann und startup300 sind zwei der bekanntesten Investoren des Landes eingestiegen. Mit dem Investment werden Florian Bräuer und Cemsit Yelgin, die Gründer von Waytation, den Messe- und Kongressmarkt in das digitale Zeitalter führen.

„Wir messen Messen“ fasst Florian Bräuer die Geschäftsidee des 2015 gegründeten Unternehmens in drei Worten zusammen. Mit „smarten“ Namenschildern und eigens entwickelter Sensoren erfasst Waytation Besucherströme und Verhaltensmuster nahtlos und kann die komplette „Customer Journey“ eines Besuchers auf Messen und Events visualisieren. Die Erfolgsanalysen sind anonymisiert, jedoch kategorisiert, wodurch punktgenau gezeigt wird, welche Zielgruppen sich für welche Vortragsthemen und Messestände interessieren. „Bisher gab es solche Kennzahlen und Fakten nicht. Veranstalter können erstmals das Erlebnis der Besucher verstehen, Trends aufgreifen und den Erfolg ihrer Investitionen messen“, erklärt Cemsit Yelgin.

Entwickeln, was der Kunde braucht

Obwohl die Veranstaltungsbranche neu für die beiden Gründer war, erzielten sie bereits im ersten Geschäftsjahr einen sechsstelligen Umsatz. Parallel dazu bauten sie ein beachtliches Technologie-Portfolio auf.

„Wir haben zuerst verkauft und erst danach zu entwickeln begonnen – ganz nach dem Lean Startup Principle“, erinnert sich das Gründerduo. Waytation traf den Bedarf des Marktes perfekt: ein Skype-Call genügte, um Grégoire Pavillon von dem Konzept zu überzeugen und damit EASL, einen der größten medizinischen Dachverbände Europas und Veranstalter des Internationalen Leberkongresses, als Kunden zu gewinnen. Als Unterstützer der ersten Stunde kam EASL bei der aktuellen Finanzierungsrunde nun auch als strategischer Investor an Bord.

Waytation hat von Beginn an auf Geschwindigkeit gesetzt und beschäftigt mittlerweile ein Team von 20 Personen, wickelt Aufträge mit über 20.000 Besuchern ab und verarbeitet pro Event etwa 900 Millionen Datensätze. Im März steht der bisher größte Einsatz beim Radiologiekongress ECR an. Ab April beginnt mit Amsterdam und Helsinki die Expansion in die Eventmetropolen Europas.

Die Crème de la Crème der Szene

Die Waytation-Vision ist groß – und so auch die erste Finanzierungsrunde. Der „Best European Early Stage Investor“ Hansi Hansmann investierte ebenso wie die startup300 AG, das größtes Business Angel Netzwerk des Landes. Mit an Bord sind auch bekannte Business Angels wie Johannes Siller sowie der erste Waytation-Kunde EASL. Branchengrößen wie Christian Mutschlechner vom Vienna Convention Bureau oder Konrad Friedrich von ESR unterstützen Waytation tatkräftig. In Wien wird mit den starken Partnern Austria Center Vienna und Reed Exhibitions Messe Wien sogar bereits an einer Fixinstallation der Sensoren gearbeitet.

„In unserem ersten Jahr konnten wir das Interesse der größten Player der Branche wecken. Dass wir nun im zweiten Jahr auch noch die bedeutsamsten Investoren überzeugt haben, macht uns mehr als stolz“, erklären die Jungunternehmer. „Waytation löst eindeutig ein Problem und das auf sehr effiziente und elegante Weise. Die beiden Founder Florian und Cemsit haben einen klaren Zug zum Tor und haben mich schnell überzeugt. Wir werden von Waytation noch viel Gutes hören“, sagt Business Angel Hansi Hansmann.