Wiener Startup predictR in Kooperation mit Erste Group

Auf der Bühne des Pioneers Festival kündigen predictR und die Erste Group eine Zusammenarbeit an, um neue Wege im digitalen Banking zu gehen.

PredictR, spezialisiert auf das Online-Banking, wandelt durch eine algorithmische Analyse historische Transaktionsdaten in eine Kontostandsvorhersage um. Die zugrundeliegenden Algorithmen, die höhere Mathematik mit fortgeschrittener Mustererkennung kombinieren, liefern die Einzigartigkeit dieser Softwarelösung – in Kombination mit einer einfachen auf den Zukunftsgraphen fokussierten Benutzeroberfläche.

Als Sieger eines im Vorjahr von der Erste Group organisierten Hackathons hat sich das Team in rasanter Weise in der Bankenwelt etabliert. Heute verwirklichen in der jungen Firma hervorragende Statistiker, Banker und Software-Entwickler Ideen für neue Services. Bereits in wenigen Monaten können diese in “George”, dem Online-Banking der Erste Group, bereitstehen.

predictR-Mitgründer Jakob Etzel freut sich auf die Kooperation: “Wir starten mit einer Bank mit knapp 16 Millionen Kunden in 7 Ländern, das macht schon ein bisschen Stolz. predictR ist zu 100% darauf fokussiert, Online-Banking für den Kunden angenehmer und effizienter zu gestalten. Eine moderne Bank muss auch im Internet klare Unterscheidungsmerkmale haben.”

Für die Erste Group ist eine Kooperation einem Fintech-Startup ein Novum und eine willkommene Ergänzung ihrer Innovationsstrategie. „Junge Talente die mit einem völlig neuen Blickwinkel auf digitales Bankgeschäft schauen – das ist es was wir brauchen“, so Peter Bosek, Chief Retail Officer in der Erste Group.

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Waytation holt Investment von Hansi Hansmann und startup300

Das Wiener Startup Waytation, das „Google Analytics für Messen und Kongresse“, hat sich mit der ersten Finanzierungsrunde einen siebenstelligen Betrag geholt. Mit Johann „Hansi“ Hansmann und startup300 sind zwei der bekanntesten Investoren des Landes eingestiegen. Mit dem Investment werden Florian Bräuer und Cemsit Yelgin, die Gründer von Waytation, den Messe- und Kongressmarkt in das digitale Zeitalter führen.

„Wir messen Messen“ fasst Florian Bräuer die Geschäftsidee des 2015 gegründeten Unternehmens in drei Worten zusammen. Mit „smarten“ Namenschildern und eigens entwickelter Sensoren erfasst Waytation Besucherströme und Verhaltensmuster nahtlos und kann die komplette „Customer Journey“ eines Besuchers auf Messen und Events visualisieren. Die Erfolgsanalysen sind anonymisiert, jedoch kategorisiert, wodurch punktgenau gezeigt wird, welche Zielgruppen sich für welche Vortragsthemen und Messestände interessieren. „Bisher gab es solche Kennzahlen und Fakten nicht. Veranstalter können erstmals das Erlebnis der Besucher verstehen, Trends aufgreifen und den Erfolg ihrer Investitionen messen“, erklärt Cemsit Yelgin.

Entwickeln, was der Kunde braucht

Obwohl die Veranstaltungsbranche neu für die beiden Gründer war, erzielten sie bereits im ersten Geschäftsjahr einen sechsstelligen Umsatz. Parallel dazu bauten sie ein beachtliches Technologie-Portfolio auf.

„Wir haben zuerst verkauft und erst danach zu entwickeln begonnen – ganz nach dem Lean Startup Principle“, erinnert sich das Gründerduo. Waytation traf den Bedarf des Marktes perfekt: ein Skype-Call genügte, um Grégoire Pavillon von dem Konzept zu überzeugen und damit EASL, einen der größten medizinischen Dachverbände Europas und Veranstalter des Internationalen Leberkongresses, als Kunden zu gewinnen. Als Unterstützer der ersten Stunde kam EASL bei der aktuellen Finanzierungsrunde nun auch als strategischer Investor an Bord.

Waytation hat von Beginn an auf Geschwindigkeit gesetzt und beschäftigt mittlerweile ein Team von 20 Personen, wickelt Aufträge mit über 20.000 Besuchern ab und verarbeitet pro Event etwa 900 Millionen Datensätze. Im März steht der bisher größte Einsatz beim Radiologiekongress ECR an. Ab April beginnt mit Amsterdam und Helsinki die Expansion in die Eventmetropolen Europas.

Die Crème de la Crème der Szene

Die Waytation-Vision ist groß – und so auch die erste Finanzierungsrunde. Der „Best European Early Stage Investor“ Hansi Hansmann investierte ebenso wie die startup300 AG, das größtes Business Angel Netzwerk des Landes. Mit an Bord sind auch bekannte Business Angels wie Johannes Siller sowie der erste Waytation-Kunde EASL. Branchengrößen wie Christian Mutschlechner vom Vienna Convention Bureau oder Konrad Friedrich von ESR unterstützen Waytation tatkräftig. In Wien wird mit den starken Partnern Austria Center Vienna und Reed Exhibitions Messe Wien sogar bereits an einer Fixinstallation der Sensoren gearbeitet.

„In unserem ersten Jahr konnten wir das Interesse der größten Player der Branche wecken. Dass wir nun im zweiten Jahr auch noch die bedeutsamsten Investoren überzeugt haben, macht uns mehr als stolz“, erklären die Jungunternehmer. „Waytation löst eindeutig ein Problem und das auf sehr effiziente und elegante Weise. Die beiden Founder Florian und Cemsit haben einen klaren Zug zum Tor und haben mich schnell überzeugt. Wir werden von Waytation noch viel Gutes hören“, sagt Business Angel Hansi Hansmann.

Wachstum von Wiener Startups wird durch Kapitalmangel ausgebremst

1 Studie der MODUL University Vienna analysiert die Finanzsituation der Startup-Szene in Wien. Acht konkrete Empfehlungen zeigen Weg zur internationalen Spitze.

10-mal mehr privates Investitionskapital als in Wien steht Startup-Unternehmen in Europa im Durchschnitt zur Verfügung (in Prozent des BSP). Dies ist nur 1 von vielen Aspekten der Kapitalsituation von technologie-orientierten Startup-Unternehmen in Wien, die nun in 1 von der Wirtschaftskammer Wien unterstützten Studie der MODUL University Vienna gefunden wurden. Insgesamt zeigt die Studie pragmatische und konkrete Möglichkeiten auf, wie es Wien gelingen könnte, den Anschluss an die weltweit 20 führenden Standorte für die Gründung eines Startup-Unternehmens zu schaffen.

Egal ob im Silicon Valley oder in Wien: erst nachhaltige Investitionen über längere Entwicklungszeiträume gewähren 1 echte Erfolgschance. Das Angebot an Finanzierungen zu optimieren, ist laut 1 aktuellen Studie des Department of Public Governance and Sustainable Development der MODUL University Vienna daher 1 wesentlicher Faktor, um das große Potenzial Wiens als Startup-Ökosystem voll zu nutzen. Schon bessere Vernetzung und Koordination könnte 1 guten Beitrag leisten. Aber auch die smarte Bereitstellung öffentlicher Gelder, steuerliche Investitionsanreize sowie der Abbau bürokratischer Hemmnisse für internationale Investoren würde es Wien erlauben, in den Wettbewerb mit den attraktivsten Startup-Standorten weltweit einzutreten

Promille statt Prozente

“Wir haben zahlreiche Statistiken aus Österreich und dem Ausland ausgewertet”, führt der Projektleiter Dr. Harvey Goldstein, Prof. emeritus am Department, aus. “Das zeigte, dass der Wert von österreichischen Risikokapitalinvestitionen in Österreich nur 0,03 Prozent, mit anderen Worten nur 30 Promille des Bruttosozialprodukts, betrug – das ist um 1 Zehnerpotenz weniger als der europäische Durchschnitt.” Um die Ursachen für diesen niedrigen Wert und die generelle Motivation von Investoren besser zu verstehen, führten die Studienautoren zahlreiche Interviews mit maßgeblichen Playern der österreichischen Finanzszene für privates Investitionskapital für technologie-orientierte Startups. Dabei fanden sie u. a. heraus, dass Business Angels zu den aktivsten Finanzgebern zählen – und 1 ganz wichtige Brücke zwischen den ersten Geldgebern aus dem Kreis der Familie sowie den Freunden und den späteren Risikokapitalgebern bilden. Wie die Studie weiter zeigt, macht diese Funktion die kleine Wiener Investmentszene ausgesprochen dynamisch und resilient. 1 echter Pluspunkt für Wien.

Entscheidungsfähig

Interessanterweise zeigt die Studie auch, dass verschiedene Investorentypen nach ziemlich gleichen Investmentkriterien entscheiden: Marktfähigkeit und Wachstumspotenzial, Businessplan, Prototypen sowie Marktüberblick sind relevant. Risikokapitalgeber legten bei ihren Entscheidungen zusätzlich noch starkes Gewicht auf Fähigkeiten des Startup-Teams (komplementäre Kompetenzen, Teamfähigkeit, Stressresistenz).

Informations- und Geldfluss

1 der Studienautorinnen Dr. Sabine Sedlacek, Leiterin des Departments und Vizerektorin für Forschung, weist auf weitere Ergebnisse der Studie hin, deren Daten in den letzten 24 Monaten erhoben und ausgewertet wurden: “Interessant sind auch die Informationsflüsse innerhalb der Startup-Szene – während Risikokapitalgeber eher auf Insider-Informationen aus ihren eigenen Netzwerken hin reagieren, sind Business Angels offener in der Kommunikation. Sie tauschen sich oftmals untereinander aus und werden auch gern direkt von Startup-Teams angesprochen.” Tatsächlich sehen die Studienautoren in diesen unterschiedlichen Kommunikationsflüssen gutes Potenzial, um die synergetische Zusammenarbeit der verschiedenen Investoren in Wien zukünftig zu optimieren und machen in ihrer Studie dazu auch konkrete Empfehlungen.

Wien, Berlin, Amsterdam und Tel Aviv

1 ganz wesentlichen Teil der Studie nahm auch der Vergleich von Wien als Startup-Ökosystem mit international vergleichbaren Städten 1, die es alle innerhalb kurzer Zeit unter die TOP-20 der globalen Startup-Zentren geschafft haben: Tel Aviv, Berlin und Amsterdam. Dank dieses erstmals erfolgten Benchmarkings konnten die Autoren drei wesentliche Faktoren identifizieren, die zu den Erfolgen der drei internationalen Städte beigetragen haben. Dazu zählt 1 starke Priorisierung des Themas Entrepreneurship durch die Politik und Wirtschaft, die sich auch in gemeinsamen Förderungen von Startups niederschlägt. Des Weiteren gibt es in allen drei Städten zumindest 1 große Investmentinitiative zu Förderungen von Startups von der Seed- bis zur späten Wachstumsphase. Als drittes schafft dort dann auch 1 koordiniertes Vorgehen, 1 unterstützende Umgebung aus Investitionen, Infrastruktur und Weiterbildung für Startups.

Gerade dieser dritte Punkt fällt eng zusammen mit 1 Aspekt, den zahlreiche Interviewpartner der Studie ansprachen: der Mangel an 1 Vision bzw. Strategie seitens der Politik und Wirtschaft in Wien, die dazu beitragen kann bürokratische und ordnungspolitische Hindernisse für Investitionen aus dem Weg zu räumen. Diese führen durchaus zu 1 Zurückhaltung bei internationalen Investoren, wenn es um Investments in Wien geht. Jene Beispiele von ausländischen Investoren, die in Wiener Startups mitinvestiert haben, sind – so die einhellige Meinung – auf Grund von Netzwerken dazu gekommen – nicht weil Wien als Standort bereits ihre Aufmerksamkeit erweckt hatte.

The Way Forward

Aus ihrer umfassenden Analyse des Finanzierungsumfelds für technologie-orientierte Startup-Unternehmen in Wien ziehen die Studienautoren dann auch ganz konkrete Schlüsse, die in acht Empfehlungen an die Politik und Wirtschaft münden. Diese sind:

1. Initiation 1 Plattform zur Abstimmung von gemeinsamen Zielen für die Förderung der Startup-Szene in Wien
2. Errichtung eines 100M EUR Fonds zur Förderung der Entwicklungsphase von Startups durch Matchen privater Investitionen mit öffentlichen Förderungen
3. Gründung eines One-stop-Office zur Beratung und Unterstützung von Startups
4. Bündelung von Business Angel-Investitionen durch Fonds und Plattformen
5. Steueranreize und staatliche Garantien, um Risikokapitalinvestitionen attraktiver zu machen
6. Reduktion von Verwaltungsaufwand für ausländische Investitionen
7. Ergänzung von Schul- und Studienprogrammen mit der Thematik “Unternehmertum”
8. Durchführen 1 aktiven Bewerbung von Wien als dynamisches Startup-Ökosystem

Die nun abgeschlossene Studie der vier Autoren Prof. Harvey Goldstein, Dr. Dimitris Christopoulos, Dr. Verena Radinger-Peer und Dr. Sabine Sedlacek stellt auch 1 nahtlose Fortführung 1 früheren Studie zu Hindernissen für universitäre Startups in Wien dar. Diese wurde ebenfalls an der MODUL University Vienna durchgeführt und belegt einmal mehr die Praxisnähe des dortigen aktiven Forschungsschwerpunkts “Startup Ökosysteme”.