Interview mit pwnwin

Ich muss ehrlich gestehen, ich bin nicht der Typ, der den ganzen Abend zockend vorm Computer sitzt und ich kann auch nicht viel mit Online- Games anfangen. Aber ich gehe gerne ins Casino! Ich spiele zwar nie mit viel Geld, aber der Einsatz macht das Spiel einfach spannender. Daher kann ich mir gut vorstellen, dass pwnwin bei begeisterten Gamer, denen es einen zusätzlichen Anreiz gibt sich beweisen zu können, erfolgreich ist. Und ganz im Gegenteil zum Casino, gewinnt nicht immer nur die Bank, denn hier haben die Gamer das Ergebnis des Spiels selbst in der Hand.pwnwin- Mitgründer Bernhard Eder im Interview mit startablish.at über anfängliche Probleme, die zu überwinden sind und warum es wichtig ist seine Ideen zu verfolgen.

Welches Konzept steht hinter pwnwin?

Unser Slogan lautet “daily eSports for cash”! Derzeit konzentriert sich die eSports Industrie nur auf professionelle eSports Gamer. Wir haben hier eine Marktlücke entdeckt und bieten nun auch allen nicht-professionellen eSports Gamern die Möglichkeit online um Geld zu zocken. Man meldet sich einfach über unsere Matchmaking-Plattform an, sucht sich einen Partner und startet das Spiel bzw. den Wettbewerb. Im Moment kann man nur “League of Legends” spielen, demnächst kommen aber noch die Spiele “Dota 2” und “Hearthstone” dazu.

Unser Ziel ist es, eSports Spieler weltweit zu vernetzen und somit die Spiele mit dem Anreiz auf einen realen Gewinn noch spannender zu gestalten.

Und wie seid ihr auf die Idee gekommen dieses Startup zu gründen?

Ehrlich gesagt war pwnwin nicht unsere erste Option. Unsere eigentliche Idee war eine Wettplattform, quasi bwin für eSports. Dieser Plan scheiterte aber einerseits an den strengen Auflagen, und andererseits am Budget. Man braucht nämlich wirklich sehr viel Geld um eine derartige Lizenz zu bekommen.

Ein Kollege hatte dann 2014 die Idee, warum nicht ein Geschäftsmodell zu erschaffen bei dem man mit “League of Legends” und Co. um Geld spielen kann. Nach eingehender Recherche sind wir dann darauf gekommen, dass es dieses Konzept tatsächlich noch nicht gibt. Im Dezember 2015 sind wir dann online gegangen.

pwnwin, woher kommt der Name?

Dafür müssen wir ein bisschen in die Zockerwelt eintauchen, pwnwin kommt vom englischen Begriff to own bzw. owned, was frei übersetzt so viel wie „besiegt“ heißt. Durch einen Tippfehler während dem spielen, wurde es dann irgendwann zu dem Kunstwort pwn. Und so sind wir auf unseren Namen gekommen.

Wir haben jetzt Idee und Namen geklärt, wie schaut es mit dem Team aus? Woher kennt ihr euch?

Das Team kennt sich eigentlich schon seit über zehn Jahren. Wir vier kommen alles aus derselben Umgebung, sind im Umkreis von zehn Kilometer aufgewachsen und zum Teil sogar gemeinsam in der Schule gewesen. Man kann sagen, wir sind schon sehr lang befreundet.

Auch unser erster Mitarbeiter ist ein langjähriger Freund. Und es funktioniert gut, es gibt keine Reibereien, außer der üblichen Diskussionen, die man sowieso braucht um vorwärts zu kommen.

Gab es beim Gründen irgendwelche Probleme?

Unser größtes Problem war ein Bankkonto zu bekommen! Nachdem es bei uns um reales Geld geht, wir aber als junges Startup nicht ins traditionelle Schema passen, war es für einige Banken wohl zu riskant uns zu unterstützen. Daraufhin haben wir uns einen Rechtsberater gesucht, der offiziell bestätigt hat, dass es sich bei den Spielen auf pwnwin um Geschicklichkeits-, nicht um Glücksspiele handelt. Das hat uns wirklich geholfen und war für uns ein Meilenstein am Weg zu Gründung.

Und wie habt ihr euch finanziert?

Anfangs haben wir uns komplett selbstfinanziert. Wir waren alle bis nach dem Sommer 2015 noch Vollzeit beschäftigt bei diversen Unternehmen. Unser Gehalt ist damals zum Großteil in pwnwin geflossen. Das war schon eine heftige Zeit, kaum war Feierabend ging es in unser pwnwin-Office und dort hieß es dann programmieren, Businessplan schreiben und Investoren suchen und kontaktieren. Seit November sind wir alle Vollzeit für pwnwin tätig und können uns mittlerweile sogar ein kleines Gehalt auszahlen. Mit einem anderen Job nebenbei wären wir heute noch nicht dort, wo wir jetzt stehen. Irgendwann muss man sich entscheiden, ob ganz oder gar nicht. Wir haben uns für das Startup entschieden und das heißt, dass unsere Arbeitswoche nun aus 70 bis 80 Stunden besteht. Gerade der Aspekt, dass auf pwnwin aus so vielen unterschiedlichen Zeitzonen zugriffen wird, bedeutet, dass unser Kundensupport rund um die Uhr erreichbar sein muss.

Da steckt harte Arbeit dahinter, wie sehen die nächsten Schritte aus?

Auf jeden Fall den Bekanntheitsgrad der Plattform zu steigern. Außerdem muss der gesamte Geldverkehr einwandfrei funktionieren, Ein- und Auszahlungen müssen schnell und vor allem problemlos abgewickelt werden. Das gleiche gilt für die Ermittlung der Ergebnisse. Wenn da Probleme bzw. Verzögerungen entstehen, schädigt das unseren Ruf. Das heißt Vertrauen aufbauen und so eine Community gewinnen, das sind zwei der wichtigsten Ziele in der nahen Zukunft.

Natürlich wollen wir auch weitere Spiele auf die Plattform bringen, es soll ja für jeden Interessierten etwas dabei sein!

Aber ganz ehrlich, wir wollen es einfach schaffen! Wie jedes andere Startup auch, wollen wir das unsere Idee sich am Markt durchsetzt und hält! Man hat sicher nicht viele Chancen im Leben, vielleicht gibt es ein zwei Momente an dem sich eine Möglichkeit ergibt so einen Traum auszuprobieren und umsetzen zu können. Diese Gelegenheit sollte man dann nützen und dafür dann einfach alles machen!

Schön gesagt, was wäre also dein persönlicher Rat an andere Startup Gründer und alle, die es noch werden wollen?

Nicht locker lassen, auch wenn dir jemand sagt das klappt nicht. In einem Forum hat mal einer geschrieben, dass das Konzept von pwnwin nie funktionieren wird. Von sowas darf man sich niemals entmutigen lassen. Du wirst viel mehr Spaß an deiner Arbeit haben, wenn du selber etwas erschaffst, das dir am Herzen liegt, als wenn du 40 Stunden in der Woche für irgendein Unternehmen arbeitest. Dein Startup ist dein Baby und man tut alles für sein Baby, oder?

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Wiener Startup predictR in Kooperation mit Erste Group

Auf der Bühne des Pioneers Festival kündigen predictR und die Erste Group eine Zusammenarbeit an, um neue Wege im digitalen Banking zu gehen.

PredictR, spezialisiert auf das Online-Banking, wandelt durch eine algorithmische Analyse historische Transaktionsdaten in eine Kontostandsvorhersage um. Die zugrundeliegenden Algorithmen, die höhere Mathematik mit fortgeschrittener Mustererkennung kombinieren, liefern die Einzigartigkeit dieser Softwarelösung – in Kombination mit einer einfachen auf den Zukunftsgraphen fokussierten Benutzeroberfläche.

Als Sieger eines im Vorjahr von der Erste Group organisierten Hackathons hat sich das Team in rasanter Weise in der Bankenwelt etabliert. Heute verwirklichen in der jungen Firma hervorragende Statistiker, Banker und Software-Entwickler Ideen für neue Services. Bereits in wenigen Monaten können diese in “George”, dem Online-Banking der Erste Group, bereitstehen.

predictR-Mitgründer Jakob Etzel freut sich auf die Kooperation: “Wir starten mit einer Bank mit knapp 16 Millionen Kunden in 7 Ländern, das macht schon ein bisschen Stolz. predictR ist zu 100% darauf fokussiert, Online-Banking für den Kunden angenehmer und effizienter zu gestalten. Eine moderne Bank muss auch im Internet klare Unterscheidungsmerkmale haben.”

Für die Erste Group ist eine Kooperation einem Fintech-Startup ein Novum und eine willkommene Ergänzung ihrer Innovationsstrategie. „Junge Talente die mit einem völlig neuen Blickwinkel auf digitales Bankgeschäft schauen – das ist es was wir brauchen“, so Peter Bosek, Chief Retail Officer in der Erste Group.

Wien Energie testet Blockchain-Technologie

BTL, Wien Energie und EY testen ab Februar in Wien die neue Peer-to-peer-Technologie für Transaktionen in der Energiewirtschaft

Wien Energie beteiligt sich gemeinsam mit anderen internationalen Energieunternehmen an einem von BTL GROUP LTD, einem kanadischen Blockchain-Startup, durchgeführten Blockchain Pilotprojekt. BTL wird auf Basis ihrer bestehenden Interbit Handelsplattform ein Pilotprojekt für den Gashandel durchführen. Das Beratungsunternehmen EY unterstützt BTL hinsichtlich Evaluierung und Prüfung der erstellten Lösung. Ziel des dreimonatigen Projektes ist, die Blockchain-Technologie für den Energiehandel zu erproben.

Der Blockchain-Technologie werden für die Zukunft des Energiemarktes große Potenziale eingeräumt. Sie gilt als einer der nächsten großen Trends der Energiewirtschaft. Mit dieser Technik und den damit verbundenen Netzwerkmöglichkeiten kann die Entwicklung dezentraler Energieliefersysteme gefördert werden. Noch steckt die Technologie in einem sehr frühen Versuchsstadium, da insbesondere in der Energiewirtschaft auch hohe regulatorische Vorgaben eingehalten werden müssen.

„Mit dem jetzt gestarteten Pilotprojekt können wir mit unseren Partnern Know-how im Blockchain-Bereich aufbauen und die neue Technologie auf ihre Chancen und Vorteile abtesten. Ebenso wollen wir analysieren, wie daraus neue Geschäftsmodelle entstehen können“, sagt Peter Gönitzer, Geschäftsführer bei Wien Energie. „Durch unterschiedliche Versuchsanordnungen mit der Technologie sollen neue Erkenntnisse zum Einsatz von Blockchain im Energiegeschäft gewonnen bzw. mögliche Prozessoptimierungen und Kosteneinsparungen ausgelotet werden.“ „Die Blockchain-Technologie ist ein weiterer Digitalisierungstrend, der auf die Energiewirtschaft zukommt. Als Österreichs größter Energiedienstleister wollen wir die Chancen dieser Technologie aktiv für unsere Kunden und uns nutzen“, ergänzt Michael Strebl, Vorsitzender der Wien Energie-Geschäftsführung.

„Das ist eine großartige Chance für die Energiewirtschaft und BTL ist begeistert, den Wandel in diesem Bereich durch unsere Interbit-Plattform voranzutreiben”, sagte Guy Halford-Thompson, Geschäftsführer und Mitbegründer von BTL. „Durch die Nutzung der Blockchain-Technologie werden die Energie-unternehmen in der Lage sein, die Kosten mehrerer Geschäftsbereiche erheblich zu senken. Die Beteiligung von Wien Energie an diesem Pilotprojekt wird für alle Beteiligten sehr wertvoll sein.”

Andreas Freitag, Manager bei EY Österreich: „Die Energieindustrie sollte sich aktiv mit der Blockchain-Technologie beschäftigen. Die Auswirkungen auf bestehende Prozesse und Märkte könnte enorm sein. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, die Technologie zu erproben und das eigene Unternehmen auf die kommenden Veränderungen einzustellen. Das Projekt hilft der Energiewirtschaft das künftige Potential der Technologie noch besser einzuschätzen und hebt das Verständnis, wie das Blockchain-Protokoll die Energiewelt beeinflussen wird.“

Im Rahmen des von Februar bis Mai 2017 laufenden Pilotprojekts testet Wien Energie die Tauglichkeit der neuen Blockchain-Technologie für eine Tradingplattform im internationalen Gashandel.

Potenzialanalyse für die Blockchain-Technologie

Bei Blockchain-Lösungen für die Energiewirtschaft wird beispielsweise die dezentrale Erzeugung in Kleinanlagen (etwa Photovoltaik-Anlagen) mit einem Transaktionssystem kombiniert, das autonom, ohne zentrale Instanz agiert. Durch die Speicherung und Verschlüsselung von Transaktionsdaten auf den Computern der Teilnehmer ermöglicht Blockchain eine sichere Person-zu-Person-Abwicklung von vertrauensbasierten Geschäften. Damit stellt sie einen radikalen Gegenentwurf zur bestehenden Systemarchitektur dar, mit deren Hilfe die Energiewirtschaft auf die Herausforderungen der Dezentralisierung und Digitalisierung der Energieversorgung reagieren kann. Bei einem breiten Roll-Out ergeben sich damit für Energieunternehmen vollkommen neue Marktchancen für Dienstleistungen und Anwendungen. Diese gehen vom Energiehandel, der E-Mobilität bis zum Strom-Sharing oder dem Internet-of-things. So könnte eine Blockchain-Anwendung im Bereich E-Mobilität die Zurverfügungstellung privater Ladestationen an andere User ermöglichen. User könnten über die Blockchain und Smart Contracts (automatisierte Verträge) vollkommen automatisiert an privaten und öffentlichen Ladestationen laden und bezahlen. Die Verrechnung und Dokumentation würde in real-time erfolgen.